Flankenläufe im Wandel: Zahlen, Fakten, Trends
Problemstellung
Die Flanke war früher das Ass im Ärmel jedes Offensivspielers – jetzt ein Relikt aus der Ära der 90‑er, das sich im modernen Pressing fast verflüchtigt. Warum? Ein Blick auf die letzten zehn Spielzeiten zeigt, dass die durchschnittliche Anzahl der Flankenläufe pro Spiel von 13,4 auf 7,2 gesunken ist. Das ist kein Zufall, das ist ein Regelbruch im taktischen Denken.
Statistische Entwicklung
Hier die harten Fakten: In der Bundesliga 2013/14 lief jeder Mannschaft im Schnitt 22,1 Flankenkombinationen über die linke Außenbahn, 2022/23 waren es nur noch 11,5. Das ist ein Rückgang von fast 50 %. In der Champions League lässt die Grafik noch stärker aussehen – dort fiel die Quote von 8,9 auf 4,2 pro Spiel. Ein Blick auf die Daten von fussballstatistik-de.com bestätigt: die Reduktion ist quer durch alle Top‑Ligen konsistent.
Manche argumentieren, „die Technik hat sich verbessert, also brauchen wir weniger Flanken“. Quatsch. Die wahre Ursache liegt tiefer: Hohe Pressingintensität, kompakte Abwehrlinien und ein wachsender Fokus auf Ballbesitz. Trainer wie Guardiola oder Klopp setzen seit Jahren auf kurze, vertikale Pässe, nicht auf weite, luftige Bälle, die am Rand des Strafraums verhallen.
Taktische Konsequenzen
Und hier kommt der Knackpunkt: Wer noch auf die alte Flankengrundlage vertraut, verliert im Wettkampf. Mannschaften schieben die Flügelspieler nach innen, verwandeln sie in zentrale Playmaker. Die statistische Korrelation ist klar: Teams, die den Flankenlauf um mindestens 30 % reduziert haben, steigern gleichzeitig ihre Ballbesitzquote um 8 % und die Torchance‑Effizienz um 12 %.
Ein weiteres Symptom: Die Schnittstellen zwischen Flügel und Sturm werden enger besetzt. Die Außenverteidiger übernehmen die Rolle des „Wide‑Playmaker“, drängen mit schnellen Kurzpässen ins Hubraum‑Spiel. Das reduziert das Risiko, dass ein einzelner Fehlpass zu einem Konter über die Mitte führt. Gleichzeitig steigt die Anzahl der gegnerischen Ballgewinne im Mittelfeld um etwa 15 %.
Was Trainer jetzt tun sollten
Hier ist das Ergebnis: Verbanne die Flanke aus dem Trainingsplan, ersetze sie durch gezielte, diagonal‑laufende Pässe. Trainiere die Offensivspieler, den Raum zwischen Strafraum und Mittelkreis zu exploiten, nicht die Luft zu füllen. Und sei nicht feige, das Daten‑Dashboard zu nutzen – die Zahlen lügen nicht.
Fazit für die Praxis: Kapp die Flanken, fokussier dich auf die dritte Phase des Aufbaus, und setz den ersten Pass im 30‑Meter‑Kasten. Kurz gesagt: reduziere den Flankenlauf um mindestens 20 % im nächsten Spiel, beobachte die Trefferquote – du wirst den Unterschied sehen.
